Über die Herausforderungen und Schönheiten des literarischen Übersetzens

Sprachen sind wie Landschaften – weit und sanft geschwungen, schroff und kantig, von karger Präzision oder üppiger Klangfülle. Wer übersetzt, wandert durch diese literarischen Gebiete, spürt den Höhen und Tiefen nach, bewegt sich über festes Terrain oder unsicheren Grund und muss dabei stets den richtigen Ton treffen. Doch was macht eine Sprache unverwechselbar? Welche Bilder, Rhythmen und Nuancen gehen auf dem Weg verloren, welche entstehen neu?

Die renommierten Übersetzerinnen Camille Lüscher und Ruth Gantert bewegen sich zwischen Deutsch und Französisch – zwei Sprachen, die in der Schweiz eng miteinander verwoben sind und doch ihre eigenen Wege gehen. Im Gespräch erkunden wir die Herausforderungen und Schönheiten des literarischen Übersetzens: Wie verändert sich ein Text, wenn er die Sprache wechselt? Wie gelingt es, eine Stimme, einen Stil, eine Atmosphäre über sprachliche Grenzen hinweg zu bewahren? Und welche Rolle spielt das Übersetzen für den Dialog zwischen den Sprachräumen?